Zurück im Hostel lernte ich meine Mitbewohnerin Melissa kennen – eine Deutsche. Toll, dachte ich. Das fängt ja gut an. Schließlich hatte ich mir fest vorgenommen, möglichst wenig Kontakt zu Deutschen zu haben. Glücklicherweise stellte sich Melissa als ein sehr lebenslustiger und unkomplizierter Mensch dar. Seit zehn Monaten ist sie nun schon als Backpackerin unterwegs durch Australien. Meistens, so hat sie mir erzählt, hat sie dabei ihr Geld mit Fruitpicking verdient. Ein „Scheißjob“, sagt Melissa. Das glaub ich gern. Durch Melissa habe ich ihre taiwanischen Freundinnen Arin und Chuan kennengelernt. Die beiden sind auch Travelworkers und können super lecker Essen machen. Irgendwie kamen zu unsere Runde dann noch drei Mädels aus Bayern hinzu; Nadine, Katharina und Therese, genannt Terry. Wenn die drei richtig loslegen verstehe ich gar nichts mehr. Nicht selten muss ich sie dann tatsächlich bitten Englisch zu sprechen, damit ich noch mitkomme. Als Deutscher bleibt man hier also nicht lange anonym. Es ist wie ein Mottenlicht – die Deutschen finden die Deutschen. Gestern hat sich dann noch Esra, ein Mädel aus Osnabrück zu uns gesellt. Sie sagt über sich selbst, durch und durch Tussi zu sein. Ihr Travel-and-work Abenteuer wird sich also wohl eher auf Melbourne beschränken.
Die Bekanntschaft mit den Mädels war schon irgendwie hilfreich. Gestern sind wir gemeinsam an den Strand nach St. Kilda – ein Stadtteil von Melbourne – gefahren. Die Wellen sind selbst hier, in einer abgeschirmten Bucht, sehr hoch. Dennoch konnte ich mit bestem Willen keinen großen Unterschied zu unseren „heimischen“ Stränden in Spanien oder Frankreich feststellen. Als wir zurück zum Hostel fuhren, entdeckten wir am Federation Square, einem großen Platz gegenüber der Flinders Street Station, mehrere Bühnen und eine große Menschentraube. Wie sich herausstellte fand hier gerade ein libanesisches Festival statt. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mit Sisha und Liegestuhl gewappnet gesellten wir uns zu den hunderten anderen, die den unbekannten Trommelklängen lauschten. Gegen 21 Uhr endete das Festival aber leider schon und wir zogen weiter, um noch etwas trinken zu gehen. In der Flinders-Backpacker Bar fanden wir unsere Mitte und lernten einige lustige Menschen kennen. Unter anderem zwei Jungs aus Norwegen, die besseres Englisch sprechen als die meisten Australier. Ihre Namen waren, glaube ich, Adam und Ermit. Eine Gruppe australischer Jungs versorgte uns dankbarer Weise mit genügend Alkohol – wie zuvorkommend. Dan, Ben und Josh kommen ursprünglich aus Brisbane, Australiens Party Stadt Nummer 1, und leben seit einigen Monaten in Melbourne. Wir haben uns sehr gut verstanden und einige Vorurteile gegenüber der anderen Nationalität ausgeräumt. Andere hingegen wurden bestätigt. Dan hat mich für heute Abend zu einem richtigen australischen BBQ in seinem Haus eingeladen. Er ist der festen Überzeugung, dass ich nicht so viel Fleisch essen kann wie er. Das glaube ich auch.
Mit großen Erwartungen und etwas flauem Magen denke ich auf dem Weg zur Uni nun an den heutigen Abend. Nach 48 Stunden Melbourne kann ich nur sagen: immer her damit!
1 Kommentar:
Schön zu wissen, dass es dir so gut gefällt. Hab noch ganz viel Spaß in Downunder, Süße. Ganz liebe Grüße aus Schweden. :)
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